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PR-Mythen und Fakten

PR-Mythen und Fakten

Es ist Zeit, ein paar Mythen über PR-Arbeit auszuräumen.

Immer noch begegnen mir Beiträge, in denen die PR-Arbeit als Soloprojekt innerhalb der Kommunikation dargestellt wird, mit klarer Abgrenzung zu den der Werbung zugeordneten Kommunikationsmaßnahmen wie der Anzeigenschaltung. Ich halte diese Abgrenzung in der B2B-Kommunikation für kurzsichtig und habe mich deshalb entschlossen, mit ein paar Mythen über Public Relations aufzuräumen.

 

  • Mythos 1: Pressearbeit kostet nichts

    Erst kürzlich las ich einen Artikel eines PR-Kollegen, der davon schrieb, dass „Pressearbeit vom Grundgedanken her erst einmal nichts kostet …“

    Grundsätzlich kostet Pressearbeit Zeit. Zeit für Themenbrainstorming, Zeit für das Verfassen der Pressemeldung / des Presseartikels, Zeit für die Recherche nach passenden Magazinen und den verantwortlichen Journalisten für das jeweilige Thema und Zeit für den Versand bzw. den Kontakt mit der Presse.
    Und entsprechend für die Dienstleistung der Agentur bzw. des Beraters, sofern extern eingesetzt.

    Zeit ist ein sehr kostbares Gut in Unternehmen. Pressearbeit sollte daher überlegt sein, denn nur langfristig eingesetzt, ist Pressearbeit erfolgreich.

  • Mythos 2: Anzeigen braucht man bei PR nicht.

    Es war einmal …
    eine Zeit, in der Journalisten völlig frei entscheiden durften, welchen Inhalt sie veröffentlichen möchten. Das dürfte lange her sein. In der B2B-Fachpresse leben Journalisten von den Werbeeinnahmen der Verlage, denn die Zeitschriften selbst werden hauptsächlich kostenlos verbreitet.
    Das bedeutet nicht, dass nur über die Firmen geschrieben wird, die online oder in Print inserieren. Es wäre jedoch naiv zu glauben, dass der Journalist losgelöst von finanziellen Zwängen entscheidet, über wen oder was er in welcher Länge und wie häufig berichtet.

    Es ist nicht nur deshalb sinnvoll, den Kontakt zu Verlagen als eine Kooperation zu begreifen. Dazu raten wir auch in Zusammenhang mit Mythos 3.

  • Mythos 3: Anzeigenschaltungen sind allgemein nicht so wichtig.

    Was sieht man bei einer Anzeige? Das Logo fällt (hoffentlich) sofort auf und wird in Verbindung mit einem Leistungsangebot bzw. dem Produkt des Unternehmens gebracht.
    Die Anzeige – sofern professionell gestaltet – bringt Unternehmen und Kernaussage auf den Punkt. Und: eine Anzeige zahlt immer in die Markenwahrnehmung ein. Der Vorteil einer Pressemeldung und eines Fachartikels hingegen sind deren Ausführlichkeit und die Möglichkeit Zusammenhänge zu erläutern, auf Vorteile hinzuweisen, zu vergleichen etc.
    Da ein eingereichter Fachbeitrag der kritischen Betrachtung der jeweiligen Redaktion standhalten muss, wird dessen Informations- und Wahrheitsgehalt vom Leser um ein Vielfaches höher bewertet als eine Anzeige, deren Inhalt vor Veröffentlichung vom Magazin / Portal nicht überprüft wird. Jedoch muss man in einen Fachbeitrag hineinlesen, um Firma und Thema zu erkennen.

    Ergo: Beides hat seine Berechtigung. Sinnvoll überlegt ist die Kombination sehr erfolgreich.

  • Mythos 4: Nur besondere Produkte und Leistungen eignen sich für Pressemeldungen

    Richtig ist, dass eine Pressemeldung keine Banalitäten beinhalten sollte. Aber auch kleine technische Details können ausschlaggebend für eine Produktverbesserung sein oder das Gesamtsystem optimieren. Wichtig ist, unterscheiden zu können, wann sich ein Thema für eine Pressemeldung, einen Fachartikel oder ein Interview eignet und wie es sonst noch gespielt werden kann – siehe Mythos 5. Aber dazu gibt es ja Berater.

  • Mythos 5: PR und Pressearbeit ist das Gleiche.

    War es noch nie und ist es heutzutage schon gar nicht mehr. Denn: wir haben es innerhalb der Public Relations, also der „Beziehung zur Öffentlichkeit“ mit unterschiedlichen, wenn man so will, Öffentlichkeiten zu tun. Wir PR-Leute sprechen hierbei auch von Ziel- und Bezugsgruppen oder Teilöffentlichkeiten. Und wie der deutsche Name Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sagt, ist die Pressearbeit nur eine von vielen Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. Vorträge, Messen, Imageanzeigen, Kongress-Beteiligungen, Online-Kampagnen, Whitepaper und immer stärker die Sozialen Medien sind beispielhafte andere.

  • Mythos 6: So ein Foto für den Artikel ist schnell gemacht.

    Mag sein. Meist sieht man die Qualität jedoch oder man sieht sie eben nicht. Ein Fotograf sollte aus unserer jahrzehntelangen Erfahrung immer ein Briefing erhalten. Werbe- und Pressefotografie müssen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Und da Fotos heute ausschlaggebend für die Veröffentlichung eines Beitrags sein können, sind sie jede Mühe wert.

  • Mythos 7: Auf den richtigen PR-Gag kommt es an

    Dieses Wort löst Augenrollen bei mir aus. Public Relations ist stete, gewissenhafte und in vielen Belangen absolute Detailarbeit. Nichts gegen gute Ideen, diese müssen wir PR-Berater konstant liefern können. Aber ein Gag ist das was es ist: ein einmaliges, lustiges Ereignis. Von Konstanz und Imageverbesserung kann keine Rede sein. Außerdem kann der schöne Gag in die Hose gehen und dann ist Krisen-PR gefragt. Will man eigentlich nicht haben.

Bestimmt gibt es weitere Mythen und kuriose Erklärungen zu PR. Schreiben Sie mir, wenn Sie die Liste vervollständigen möchten 😉.

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